GUMMO

 


(pic: c. kube)


2002 - 2013
Gummo was Harry Streng (mainly Drums + Words) and Christian Nothaft (mainly Guitars + Vocals)
various people came and went
alot of songs were written, some gigs played, some albums released

 

GUMMO - the gruesome twosome        GUMMO - piqueur acts
1. album "The Gruesome Twosome" - 2. album "Piqueur Acts" both released 2005 at bodensatz
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Tracks from  THE GRUESOME TWOSOME - Album _

Tracks from  PIQUEUR ACTS - Album _

   GUMMO - Local Men Ruin Everything

  
 3. (double-)album: "Local Men Ruin Everything" released 2012
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GUMMO - EVERY SUMMER THEY´RE DROPPIN´ LIKE FLIES   
4. album: "Every Summer Thery´re Droppin´Like Flies"  
released 2014 by bodensatz + Bacillus/Bellaphon  
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   GUMMO - THE PIG THAT WOULD NOT FLY
  live-album: "The Pig That Would Not Fly" released 2014
  as Download only at Bandcamp

 

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(pic: s. dorner)

 

thanks to:
Tess Jones, Christoph Kube, Steffi Wolf, Thomas "Roffel" Roloff, Dan Grünwald
Renate Jatzeck, Micha Röckl, Tanja Willansmeer, Verena Kemmer, Oliver Kiefl, Till Funke, Steffen Müller
& Laabs Kowalski

 


1/3
Gummo - 1. Concert - 2.10.2005 - Rage Against Abschiebung - part 2 of 3 - YouTube
Gummo - 1. Concert - 2.10.2005 - Rage Against Abschiebung - part 3 of 3 - YouTube

 

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       m i c e l l a n e o u s   r e c o r d i n g s  
 

heinz k aus h       versehentlich gelöscht (mp3)  
   _Heinz-K.-Sampler-Track 
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       das nur nebenbei (mp3)  
     _Heinz-K.-Sampler-outtake 


      ohne Titel (v4/lofi-metal) (mp3)   
      _ ein Lied für Berlin 


Jam with Dan 15.5.08 _
Git: Dan Grünwald - Bass: Chris - Drums: Harry

 

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      R e v i e w s  
 

"Every Summer They´re Droppin´ Like Flies":

Trust Magazin Nr.166:

Prog-Rock-Noise-Grind-Jazz-Punk, you name it - erinnert mich an removal (alva).

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Ox Magazin Nr.113:

Christian Nothaft ist nicht nur Maler, Grafiker und Mitbegründer der Bodensatzlabels, er ist auch Mitglied einer Band. Gemeinsam mit Harry Streng strapaziert er die Hörernerven nun schon seit 2005 unter dem Namen GUMMO. "My brain hurts", Lightbulbs of death", nein, man nimmt sich nicht wirklich ernst. Klanglich lässt man ganz den dekonstruktivistisch-noisigen Dilettanten raushängen. Das ist manchmal schön, oft anstrengend und immer ein bisschen provokant. "Every Summer They´re Droppin´Like Flies" ist wahrscheinlich die letzte GUMMO-Veröffentlichung. Schade eigentlich. Worüber soll man denn jetzt in München streiten? (7) Anke Kalau

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Ugly Punk (http://uglypunk.de/2014/04/gummo-%E2%80%93-every-summer-they%C2%B4re-droppin%C2%B4-like-flies/)

Noch nie was gehört von der Band... macht nix...rein in den Player. Und der Cover-Gummo sieht lustig und gleichzeitig grimmig aus...da geht der Fetz doch bestimmt gleich ab. Da ich mich ja gerne überraschen lasse, hab ich die Bandinfo erst Mal zur Seite gelegt. Blöd, dass ich die nie wieder gefunden hab. Und da heißt es immer: ‘das Haus verliert nix!’. Egal. Hab zumindest raus gefunden, dass auf den früheren Outputs so um die 25 Songs zu finden waren und es auch mal etwas brutaler zur Sache ging.

Überrascht war ich dann allerdings schon. Hier sind nur acht Stücke drauf und zu Beginn quälen sich dann auch erst mal recht seltsame Töne aus den Boxen. Und so richtig brutal geht´s auch nicht wirklich zu. Das was dann auf einen zu kommt ist wirklich nicht so einfach zu beschreiben, da dutzende Einflüsse miteinander verwoben sind. Noiserock, Punk, Hardcore, Metal, Stoner-Mucke und auch viel Improvisation. Meist bewegt man sich dabei im unteren Tempo-Bereich und nach zwei oder drei Tassen grünem Tee könnte man mit manchen Songs fast verschmelzen. Außerdem mischen sich viele verschiedene Klangbilder in denen auch Dissonantes seinen Platz findet. Das ein oder andere Mal verliert man sich aber auch und bleibt beinahe auf halbem Wege stehen, so dass es sich auch das ein oder andere Mal etwas arg zieht. An Abwechslung und Eigenständigkeit mangelt es dieser Scheibe aber keinesfalls.

Einen schrägen Sound fabrizieren die Münchner, die hier übrigens mit zwei Schlagzeugen spielen. Ein sehr interessantes Klangerlebnis, für das man schon in der richtigen Stimmung sein sollte. Trifft das zu, dann kann man hier sehr viel entdecken. In der falschen Stimmung kann’s einem aber schon auch mal auf den Sack gehen. Mirko

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"Local Men Ruin Everything" im Skug-Magazin Nr.90/4-6 `12:

Dem dritten (?) Album der Münchner Ausnahmeband Gummo um Christian Nothaft (Bass, Gitarre, Vocals, Geige) und Harry Streng (Drums, Vocals) gelingt im Verbund mit jeder Menge Gast-Vokalistlnnen nicht weniger als der Beweis, dass extreme Rockspielarten weder in reines Drones, noch in verschnörkeltem Avant­gedöhns oder in Hardcore-Punk mit einstudier­ ten Jazz-Ambitionen Zuflucht suchen müssen, um, wie man so schön sagt, aus der Masse herauszustechen. Zwar wird auch hier mitunter sehr ausgeklügelt an die Sache gegangen, aber hier fungieren Breaks und Takt-/Stilwechsel nicht als Selbstzweck. Hier muss sich niemand immer wieder sein technisches Können beweisen, sondern geht es schlicht und einfach um griffiges Songmaterial. Und um Reduktion (die Stücke sind relativ kurz, auch wenn hin und wieder lange Jams als quasi Geburtskanal nach durch-schimmern). Gummos brachialer Shlock- Rock klingt, auch wenn es komplexer wird, nicht die Spur bemüht. Dass hier nichts ausgedacht ist, kann jedoch auch nicht gesagt werden. Gummo sind keine von diesen Freakbands, die ständig zwischen den sie sowieso stets verwechselnden Red Hot Chili Peppers, Butthole Surfers und Primus das Frank-Zappa-Kasperl-Kostüm mit der Slayer-Maske überziehen und dann ihren Rockmischmasch als Ausdruckstanz intonieren. Stellen wir uns einfach Chrome als ganz ganz böse, aber ohne Drogen, dafür mit den selben Effektkasteln und gelegent-lichen Jello Biafra-­Gastbeiträgen vor. Oder die experimentellen, ausgefransten Ränder von Amphetamine Reptile, 551, Alternative Tentacles, ohne hippieeske Missverständnisse. Was im Fall von Gummo jedoch ebenso aussagekräftig ist wie bei den Melvins der Hinweis, es würde sich hierbei um (abstrakten) Anti- und Meta-Rock handeln. Zwar ist diese Verwandtschaft durchaus gegeben, aber das findet sich alles weniger in der Musik als in den Herangehensweisen. Und die sind durchaus ernsthaft zu nennen, machen jedoch eben soviel Spaß (was allein Tracktitel wie »Lullaby For Nazikids« oder »Herny Rollins As A Girl« nahelegen). Dabei leiten auch Gummo ihre Punk/Hardcore-Versatzstücke aus verschimmelten Glamrock- Versatzstücken ab und haben auch keine Scheu davor, bei »Discontent In The Discotent« in die Disco zu gehen. Nicht zur Verarsche, sondern weil Blur dort noch einige Fragen über ihr Verhältnis zu Gang of Four immer noch unbeantwortet herum-liegen haben lassen. Headbangen als Gehirntraining! (Didi Neidhart)

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"the Gruesome Twosome" + "Piqueur Acts":

Skug-Magazin Nr.66/3-5 ´06:

"Als Debütanten gleich zwei unterschiedliche CDs herausbringen ist schon ein Wagnis. Aber im Falle von Münchens Gummo mit Christian Nothaft & Harry Streng als Nukleus) wäre alles andere auch wenig logisch. Auch weil »Logik« hier vor allem einen Schweinsgalopp querfeldein bedeutet, bei dem aber schnell klar wird woher hier die Energien gezogen werden. »The Gruesome Twosome« (benannt nach einem Film der Blut & Beuschel-Legende H.G. Lewis) verhandelt  Metal als Chemieunfall von Psychedelic, kann sich in manchen Momenten nicht zwischen Kiss und Sweet entscheiden, führt stattdessen himmlische Melodien aus dem  Fundus der L.A.-Glam-Punk/Kim Fowley-Schule ein und jagt zur Abwechslung 1970er Acid-Blues-Rock durchs kosmische Mischpult. Mit all den Splittern und Fetzen aus Filmen erinnert das alles auch immer wieder mal an den Lachsack- Psychoterror von Flipper. Dabei geht es hier um weit mehr als Death-Metal zwischen Frühstadium (Death) und White-Trash-Gore-Blei (Autopsy), obwohl gerade diese beiden Pole bei Gummo so frisch daherkommen. Während »The Gruesome Twosome« 25 Songs in 75 Minuten abliefert, braucht »Piqueur Acts« für 54 Songs gerade mal 37 Minuten. Was auch am Konzept liegen mag. Treten Gummo doch hier auch den Beweis an, dass Improvisations-Metal weder zum reinen Highspeed-Klamauk noch zu falsch verstan- denem Gehörsturz-Jazzrock mutieren muss. Was auch daran liegen mag, dass hier zwar munter drauflosimprovisiert wird, es dennoch zumindest inhaltlich-kontextuelle Vorgaben gegeben haben mag. Egal ob grenzgenial- verschmitzte Songtitel wie »Porno Sitcom«, »Suck my dick, Steven Soderbergh« oder »What'a a nice girl like you doin in an anal movie?« schon vorher fest standen, oder nicht - auch hier zeigt sich, dass eine gute Filmsammlung schon was ausmacht (Gummos Harry Strengs Videothek ist ja nicht umsonst ein allseits geschätzter Umschlagplatz einschlägiger Waren). Was aber am meisten begeistert: Aus beiden CDs kann eine klasse, verschrobene Pop-Scheibe im Geiste von Ween herausdestilliert werden. Aber das kommt vielleicht noch." (Didi Neidhart)

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Rezension bei Southspace.com

Zitat: "Wenn ich ganz ehrlich bin habe ich keinen blassen Schimmer, was man mit so einem Radau bezwecken will. Soll das Kunst sein? Bin ich zu alt dafür? Oder zu doof? Ist das die logische Fortführung von Stockhausen oder den Neubauten? Protest gegen das Establishment? Ich versteh es nicht. Antworten! Bitte!"

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Zitat Trust Nr. 117 (wahrscheinlich über Piqueur Acts):

"...nach spätestens fünf Liedern unerträglich."

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Rezension im Ox Nr.65 April-Mai 06:

"Das Münchner Bodensatz-Label ist schon eine Klasse für sich: In diesem selbst ernannten "kulturellen Enddarm der Stadt" treffen sich Krachmacher, Gitarrenhelden, schräge Typen, LoFi-Experten und Tontüftler, stellen in unterschiedlicher Zusammensetzung das Personal für rund zwei handvoll Bands und scheinen dabei nur einen wirklichen Gott zu kennen: Den Trash! Neueste Enddarm-Ausscheidung ist GUMMO, eine Formation zweier Krachmacher aus anderen ebenso wunderbaren wie seltsamen Bodensatz-Bands namens AUTOZYNIK, ABU BIMBEL, KUBE NOTHAFT oder EAT ME TENDER. Und warum eine CD rausbringen, wenn man auch zwei machen kann? GUMMO zumindest haben es getan und schieben ihrem Erstling "The Gruesome Twosome" noch eine mit 54 Songs (!) auf gerade mal 37 Minuten bestückte CD namens "Piqueur Acts" hinterher, aufgenommen in gerade mal vier Takes. Wie das klingt? Genau so! Brachiale Gitarre, Bass, Schlagzeug, verzerrter Gesang und wirre Texte oder so etwas Ahnliches vermengen sich zu kurzen Soundfetzen, irgendwo in der Welt zwischen bis in die Magengrube gehenden Metal und alles zerstörenden Hardcore. Eine wunderbar fiese Sache und nicht für depressive Menschen oder ästhetische Hardliner zu empfehlen. "100 Prozent improvisiert, 100 Prozent unausstehlich" sagen GUMMO selbst über ihr Side-Album. Etwas eingängiger, aber trotzdem keine leichte Kost: "The Gruesome Twosome", mit über 75 Minuten ein echter Longplayer mit gerade mal 25 Tracks, die einem irgendwie alle etwas bekannt vorkommen. Der fiese Soundangriff von "Piqueur Acts" findet hier etwas gradlinigere und teilweise eingängigere Songstrukturen zwischen MELVINS, langen Gitarrenlinien und süßen Popmelodien. Eine unglaubliche Mischung weit abseits des langweiligen Mainstreams.  
(75:32/37:06) (8/7) " 
(Alex von Streit)

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PIQUER ACTS www.laermbelaestiung.de August 06:

Eine Band mit dem Namen GUMMO klingt entweder nach tiefschwarzem  Zynismus mit Sludgenoisedoom-Basis oder nach BETHLEHEM oder  NECROPHAGIA.... oder sie hat sich doch nicht nach dem Filmvorbild  benannt. Letzteres tippe ich mal bei GUMMO aus München oder ich  verstehe ihren Humor einfach nicht... ach, labern wir nicht um den  heissen Brei... Ich verstehe GUMMO wirklich nicht. Musikalisch wird  hier offensichtlich minimalistisch im Proberaum rumimprovisiert, ein  paar Samples eingestreut und alberne Texte wie "Suck my Dick Steven  Soderberg" draufgerotzt. Daß sich die Bayern nicht ernst nehmen wird  schon im Bandinfo klar, aus dem ich mal die Definition "Puke-Pop" für ihren Stil übernehme.
Die Mucke ist eine wilde Mischung aus Lo-Fi  Noise-Indie-Rock mit Punk und Hardcore - Elementen, die abgesehen vom  Chaosfaktor das Problem hat, daß die Kollegen eiern wie die Hölle und  die Songs nicht nur einen mülligen Proberaumsound haben sondern auch  absolut keinen Groove. Am Anfang konnte ich noch über die "Thank you, the next Song is called..." Ansagen im C64 Sprachemulator - Sound grinsen aber der Humor ist recht sparsam auf die 34 Minuten verteilt, wodurch selbst die Hoffnung auf einen netten Joke  irgendwann stirbt.  Der wahre Horror ist, daß von den Spassvögeln gleich zwei CDs hier  reingesegelt sind. Mal sehen wen ich mit der zweiten Scheiblette  beglücken kann (Hallo, Lutz!). 
Ich für meinen Teil finde das jedenfalls total sinnlos und frage mich, warum dieser  Proberaum-Mitschnitt auch noch auf CD gepresst wurde, wo es doch heute  billige CD-Rs und Laserdrucker gibt. Wie in Futurama prophezeit wurde,  wird die Welt in 100 Jahren scheinbar nicht nur von AOL-Dial-In-CDs  sondern auch von mässigen Demo-CDs bedeckt sein oder haben sich GUMMO  dann doch nicht getraut eine 10.000er Auflage zu fahren um den  Ökocaust zu befördern? Bevor ichs vergesse... lachen mußte ich auf  jeden Fall über die angeblich echten Namen der GUMMOlogen....  "Christian Nothaft" und "Harry Streng". Da fragt sich meinereiner  doch, warum das hier nicht "The Streng - Nothaft - Project" heisst?!?"
(Karim)

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PIQUER ACTS(?) @ Eclipsed Nr.84 Juli-August 06:

"Free Rock (!)
GUMMO
„Piqueur Acts“
„The Gruesome Twosome“
(Bodensatz)

Frei improvisierter Rock kommt nicht allzu oft in Deutschland vor Die beiden Bayern von Gummo nennen ihre übermütige Mixtur Heavy Seppl. Ohne jeden Respekt vor sich selbst und anderen und ohne Berührungsängste jonglieren sie mit Versatzstücken von Trash, Hardcore und Heavy Metal, dreschen auf Schlagzeug und Gitarre, dass sich die Balken biegen, und rocken die Hölle. Echte Songs gibt es nicht, statt dessen weiden sich die beiden Hasardeure an Riffs, Fragmenten und Zitaten. Beide CDs sind als physische Happenings angelegt, der Sound jedoch ist so hin gerotzt, als wären die Aufnahmen zwischen Kloschüssel und Spüleimer entstanden. Die Verbissenheit des Duos verstellt zuweilen den (etwas bemühten) Humor Und dass Gummo auf den Hörer zu pfeifen scheinen, macht sie vielleicht sogar sympathisch. Die CDs am Stück zu hören, verlangt dann aber doch mehr guten Willen, als man aus dem Stand aufbringen kann."
(WK)

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Katalog Amöbenklang:

GUMMO-CD The Gruesome Twosome

Zitat: " ...Kult!!! Sowas abgefahrenes! Die schlagen ja wirklich alles, was man bisher an schrägen, ungewöhnlichen Bands in den letzten 15 Jahren gehört hat, liegen in den Extremen zwischen RUINS, RED KREOLA, Noise-Punk al`a BIG BLACK, Avantgarde, Industrial und Kollagen-Kunst wie bei PEOPLE LIKE US und und und... "
"...Hits mit Melodien und Ohrwurmqualität!!! ...ein Album mit 25 Tracks, die es wirklich in sich haben und in ihrer Unberechenbarkeit, ihrem ursprünglichem Punk-Spirit, Götter-mäßigen Witz und ihrem Einfallsreichtum alles schlagen, was derzeit hier so reinkommt an Neuheiten! Hier steht Unterhaltung für den Hörer im Mittelpunkt, aber mit allem, was es soundtechnisch an Möglichkeitengibt und das ist mehr, als man sich vorstellen kann... Kult-Krach-Album!!! Haben oder tot umfallen!"

GUMMO - CD Piqueur Acts

Zitat: " ...die Neuentdeckung!!! Ja, das kann man nicht, das muss man an dieser Stelle einfach sagen! Aber nix für mitLeichtspüler-Konsum-Einlullmusik »verwöhnte« Kiddie- Hörer ...das hier geht anders zur Sache und richtig ab! ZOMBIE-SPLATTER-SOUNDS!!!! Alles kurze, abgedrehte, verrückte, ja eigentlich völlig wahnsinnige, von ZOMBIES im Keller einer Irrenanstalt eingespielte Stücke in sehr gutem, stilechtem Studiosound übrigens!!! Ein Schlachtefest der Sinne! Das öffentlich zelebrierte Auffressen der Heile - Welt - Mentalität!"
"Dieses Meisterwerk ist ein künstlerisches und kulturelles Statement, wie man es zuvor nie gehört hat! Besser und radikaler läßt sich Underground und der Sinn von Gegenkultur wohl kaum umsetzen und ausdrücken!!! Klasse!"

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Beschreibung Katalog  Minorlabel:

GUMMO-CD The Gruesome Twosome

Zitat: "nice mixture of easy alternative rock, guitar noise, punk & indie coolness, humour and many (allowed) "clichés" to get into happy mood and gain a good general perspective/impression of most aspects of contemporary weirdro-rock. male/female vocals and a background-choir.
punk's not dead - and this rockin' CD makes you believe this lie.


GUMMO - CD Piqueur Acts

Zitat: "38 min. total running time and 54 songs separated from each other by announcements of the following one. making out a hyper-nervous chaotic noise-punk cd beyond conventional rock schemes, towards total freaked-out guitar-smash-attacks and vocals from the edge of mental crack-ups.
thank you. next song...

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Rezension bei testcard 06:

Der Ekel angesichts von Retro- und Neo-Rock unterscheidet sich von anderen großen historischen Musik-Ekeln (z.B. dem Ekel vor bestimmten Formen von Folk) insofern, als er so gut wie keine Distinktionsmöglichkeit abwirft. Sich davor zu ekeln, macht nicht wirklich interessant und nicht wirklich übellaunig, nur müde. Es verteidigt weder ein Territorium noch eine Erkenntnis. Es ist mehr so, wie sich vor Günther Jauch, Jürgen Domian oder Sönke Wortmann zu ekeln. Gegen die Selbstverständlichkeit, mit der der Neo-Rock aktueller „Wir waren jung und brauchten das Medienecho“-Bands auftritt und verhandelt wird, lässt sich nicht wirklich sinnvoll prozessieren. Wozu auch, sie ist ja aussitzbar – die werden immer noch früh genug als Reissäcke nach China verkauft. Ärgerlich daran ist allerdings, dass dann bestimmt wieder Gruppen und Ansätze mitverscheuert werden, die mit „Rock“ anders umgingen als die ganzen Zielgruppen-Gulaschkanonen. In Brüchen zum Beispiel, die nicht deckungsgleich sind mit der Gebrochenheitsrhetorik des Neo- und Retro-Rock, die ja bloße nachgestellte Subjektwehwehchen rockhistorischer Künstlermännchen sind, runtergeladen aus den tragisch oder pseudo-tragisch verlaufenden Erzählungen der Bob-Dylan-Kongress-Bände und Jim-Morrison- Herrenparfümästhetik-Poster. Solche Erzählungen setzen eine klar abgrenzbare Trägergestalt voraus, wofür sich in den meisten Gruppenkonstellationen das Gesangs- und Songschreibesubjekt (oder eine vergleichbare Energiezentrumsfigur) anbietet. Deren Subjektivität markiert zugleich die „Tiefe“ der Banderzählung. Und sie zurrt das Gefüge „Band“ um sich zusammen, die nur der Orchestrierung der in ihr verwahrten Subjektivität dient. Die Band muss eine handliche oder auch mal (für die Anspruchsvolleren) etwas unhandlichere Warenform aus dem Gefühlsdusel heraushauen. Einen stabilen und soliden Laufsteg für die hübschhässliche Gebrochenheit des AutorInnenrock. Die Münchner Gummo hingegen arbeiten an einer Rockmusik ohne solches Gallionssubjekt. Und tun das trotzdem noch mal anders als die neo-progressiven Bands der 1980er (zum Beispiel des SST-Labels). Anders aber auch als der Postrock, der die Abgeschmacktheit der Rocksubjektivität gegen eine klassische Kunstsubjektivität (und deren Regeln) eintauschte. Und ebenfalls ganz ohne den Entsagungs- und Nüchternheitsduktus des formgestrengen Math-Rock. Sie spielen einen deftigen und heftigen Rock, aus dem alle subjektästhetischen Behauptungen ausgekämmt wurden, der sich aber dennoch nicht in vermeintlich sichere Abstraktionsmodelle flüchtet. Einen Rock mitsamt seiner Verwesungen, Entstellungen und Beschädigungen. Wie unter Verbandsmull ist dabei die klassische harte Rockform noch zu auszumachen. Gummo beharren auf das Nihilistische und Dunkle, das Zersetzende und Ätzende, das Zerstörte und Zerstörerische der Rockidee – ohne darin selbst versinken zu wollen wie einst GG Allin, über dessen Widersprüche es in einem Stück heißt, er hätte für Ross Perot gestimmt. Gummo richten die berühmte Rock-Gewalt gegen sich selbst aus. Jene „Rock-Gewalt“, die historisch in den jeweils aktuellen RockrebellInnen verkörpert war. Und die über das Pathos der Selbstzerstörung hinaus auch in die Ausdrucksformen eingegraben hatte, zum Beispiel als jene schmutzige und grobe Materialität des Gitarrensounds bei den frühen Black Sabbath. Diese Form von Soundbehandlung wird von Gruppen wie Gummo (oder den ähnlich arbeitenden österreichischen BulBul) von ihrer Subjekterzählung entkoppelt und freigesetzt . Aus den als Inszenierung begriffenen Originalen können Mirkofasern herausgezoomt werden, isoliert und vergröbert zu flirrenden Noise-Soden und geschreddertem Post-Metal als die verwackelten Polaroids eines semi-abgefeimten Rockbösen. Es sind Zombieversionen von Rocksubjektivität. Somit landen Gummo im unmittelbaren Einzugsgebiet von Rockdekonstruktion. Stichwort: Melvins oder entschleunigte Ruins. – Beide haben ja die Außenhaut von Rock in Richtung historischer Avantgarde durchstoßen, ohne zugleich in einem ausbildungsästhetischen Sinne wirklich Avantgarde zu sein. – Gummo hätten insofern auch gut auf das keinen Millimeter von seiner Gründungsobskurität abgerückte Hamburger Label Fidel Bastro gepasst, sind aber dem Münchener Lokalzusammenhang von Bodensatz verpflichtet, wo die beiden Duo-Hälften Christian Nothhaft und Harry Streng bereits seit längerem Projekte wie Autozynik, Abu Bimbel, Kube Nothaft oder Eat Me Tender unterbringen können. Ihr Debüt als Gummo verteilt sich auf gleich zwei CDs: „The Gruesome Twosome“ ist das nach herkömmlichen Albumstandards organisierte Album und „Piqueur Acts“ der Evil Twin mit insgesamt 54 Noiserockminiaturen, allesamt Untereinminüter, bei denen ca. ein Viertel der Spielzeit auf die stoische Computerstimmen - Anmoderation des Songtitels entfällt. Keine ausformulierten Stücke also, eher Aphorismuscore. Und das Tracklisting wurde, um die Sache noch einen Tick komplizierter zu machen, unmittelbar auf die CD gedruckt, denn BenutzerInnen - freundlichkeit is just another word for nothing left to fight.
   In diversen Inkarnationen sind die Gummo-Mitglieder auch auf der Doppel-CD „Heinz K. aus H.“ zu hören – einer Kreuzung aus Label- bzw. Kumpelsampler und Sampeling - Skulptur. Die Beteiligten – eingeführte Namen wie Rumpeln, Michael Heilrath, BulBul, Hans Platzgumer, Loopspool, Schlammpeitziger und abstruse Bodensatz-Assoziierte wie Schnuffel das total süße Eichhörnchen, Arsch mit Orden, Ombuudsman, FM Zombimaus, Après-Schizo – remixen bzw. verarbeiten dort ein akustisches Found object.
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